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Jetzt erst recht: Austausch und Doppelpromotion in Pandemie-Zeiten

Mitteilung, 11.01.2021

Aktuell streben mit Sarah Lentz eine Doktorandin und mit Nicholas Chan ein Doktorand eine Doppelpromotion sowohl an der Universität Bayreuth als auch an der australischen University of Melbourne an. Covid-19 hat die beiden in einer heißen Phase ihrer Doppelpromotion getroffen. Dennoch lassen sie sich nicht entmutigen, sondern setzen den von ihnen eingeschlagenen Weg unbeirrt fort. Ermöglicht wird dies durch das „Joint PhD Programme“ zwischen beiden Universitäten. Das Programm resultiert aus der engen Zusammenarbeit beider Universitäten im Rahmen des „Bayreuth-Melbourne Kolloid / Polymer Netzwerks“.

Die Universität Bayreuth und die University of Melbourne (Australien) haben sich bereits 2016 auf ein Doppelpromotions-Abkommen, das sogenannte Joint PhD Programme, verständigt. Das Abkommen resultierte aus der engen Zusammenarbeit beider Universitäten im Rahmen des vom DAAD geförderten thematischen Netzwerkprojekts „Bayreuth-Melbourne Kolloid / Polymer Netzwerk“. Bereits 2018 konnten die ersten beiden Bayreuther Nachwuchswissenschaftlerinnen des Netzwerks ihre Doppelpromotionen abschließen. Derzeit streben die Doktorandin Sarah Lentz und der Doktorand Nicholas Chan einen Doppelabschluss an der Universität Bayreuth sowie an der University of Melbourne an. (Foto: Uni Melbourne)

Weitere Infos finden sich hier: www.melbourne.uni-bayreuth.de

Sarah Lentz und Nicholas Chan promovieren beide als „Forscher-Tandem“ am Bayreuther Lehrstuhl Biomaterialien von Prof. Dr. Thomas Scheibel und am Lehrstuhl Chemical Engineering der University of Melbourne bei Prof. Dr. Greg Qiao. Die Promovierenden forschen in den Bereichen „Chemische Verfahrenstechnik“ und „Biomaterialien“ an den Eigenschaften des, so Prof. Scheibel, „vielleicht faszinierendsten proteinbasierten Materials“, von dem man sich inspirieren lassen kann, der Spinnenseide.

Die Vorteile einer Doppelpromotion liegen Nicholas Chan zufolge unter anderem darin, vom Expertenwissen beider Betreuer zu profitieren, die ihre Expertise auf unterschiedlichen Gebieten haben. Das Eintauchen in ein neues Arbeitsumfeld, in neue Strukturen und auch in eine andere Kultur während eines mehrmonatigen Aufenthalts sei ein weiterer Nutzen, sowohl fachlich als auch persönlich. 

Für Sarah Lentz ist auch die enge Zusammenarbeit mit ihrem Tandem-Forschungspartner Nicholas Chan ein Gewinn: „Wir ergänzen uns perfekt in unseren Forschungsgebieten und tauschen uns ständig über WhatsApp oder Skype aus. So arbeiten wir derzeit gemeinsam auf der Grundlage der Materialien, die wir in Bayreuth haben und denen, die wir in Melbourne herstellen, an einem antimikrobiellen Verbundmaterial, das gegenüber Bakterien und Viren resistent ist.“ 

Covid-19 verhindert den Australienaufenthalt, aber nicht die gemeinsame Forschung

Während ihrer Doppelpromotion müssen die jungen Forscher mindestens ein Jahr an der jeweiligen Gastuniversität verbringen. Die Pandemie macht die Forschung an der Gastuniversität, ein Kernpunkt des Doppelabschlusses, seit März 2020 unmöglich. Covid-19 hat die Nachwuchswissenschaftler in einer heißen Phase ihrer Doppelpromotion getroffen. Sie lassen sich dadurch jedoch nicht entmutigen, sondern setzen den von ihnen eingeschlagenen Weg unbeirrt fort. Sarah Lentz war gerade erst für ihren zweiten Forschungsaufenthalt in Melbourne angekommen, als sie diesen aufgrund der Pandemie-Einschränkungen abbrechen und vorzeitig nach Bayreuth zurückkehren musste. Nicholas Chan sollte Ende März 2020 für einen einjährigen Aufenthalt nach Bayreuth kommen, den er aufgrund der Reisebeschränkungen bis heute nicht antreten konnte.

Im Rahmen der Promotion Grenzen überschreiten

Und auch die beteiligten Universitäten zeigen sich angesichts der außergewöhnlichen Situation flexibel und lockerten die Bestimmungen über die Mindestlänge des geforderten Aufenthaltszeitraums an der Gastuniversität. Trotz der Pandemie geht auch die Suche nach weiteren Doppelpromotions-Kandidatinnen und -Kandidaten weiter. So hat die australische Seite mehrere Stipendien für das Joint PhD Programme mit der Universität Bayreuth ausgeschrieben. Im Gegenzug werden an der Universität Bayreuth Stellen für interessierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem Bereich der Polymer- und Kolloidforschung zur Verfügung gestellt. Alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass sich zu den aktuell Promovierenden bald weitere Doktorandinnen und Doktoranden gesellen, die die Forderung, im Rahmen ihrer Promotion Grenzen zu überschreiten, wörtlich nehmen.

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